PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : 24" Hinterrad



FX20
28.12.2003, 17:15
Moin

Inwiefern lohnt es sich an nen Freerider n 24" Hinterrad dranzubauen?
Also klar, für DH isses besser. Aber wie siehts mit der Tourentauglichkeit aus?


Pat

Hot_Chili
28.12.2003, 21:52
Hat eigentlich keine wirklichen Vorteile. Radstand wird etwas kuerzer und Schwerpunkt kommt etwas tiefer, was sich positiv aufs Handling auswirken kann. Sieht halt cool aus und das Laufrad soll angeblich stabiler sein.
Nachteile : schlechteres Abrollverhalten, geringere Reifenauswahl.
Auserdem passen sie nicht in jeden Hinterbau.

Als ich mir letztes Mal 'nen neuen Laufrafsatz zugelegt habe, hab ich mir 'n extra 24" Hinterrad dazugekauft da ich z. Zt. dabei bin meinem Uzzi einen längeren Dämpfer zu verpassen, und das geht einfacher mit 'nem kleineren Reifendurchmesser.
Ergebniss siehste hier : http://www.pinkbike.com/modules/photo/?op=view&image=116266

25thfloor
28.12.2003, 22:26
so wie hot chili das gemacht hat, funktioniert es ja auch, weil er das kleinere hinterrad mit einem längeren dämpfer ausgleicht.

wenn nur das kleinere hinterrad eingebaut wird, ändert sich die geometrie. das muss beachtet werden.

Brill
30.12.2003, 17:16
Original geschrieben von Hot_Chili
Hat eigentlich keine wirklichen Vorteile. Radstand wird etwas kuerzer und Schwerpunkt kommt etwas tiefer, was sich positiv aufs Handling auswirken kann. Sieht halt cool aus und das Laufrad soll angeblich stabiler sein.
Nachteile : schlechteres Abrollverhalten, geringere Reifenauswahl.
Auserdem passen sie nicht in jeden Hinterbau.

Als ich mir letztes Mal 'nen neuen Laufrafsatz zugelegt habe, hab ich mir 'n extra 24" Hinterrad dazugekauft da ich z. Zt. dabei bin meinem Uzzi einen längeren Dämpfer zu verpassen, und das geht einfacher mit 'nem kleineren Reifendurchmesser.
Ergebniss siehste hier : http://www.pinkbike.com/modules/photo/?op=view&image=116266

warum verändert sich der radstand? die lage der achsen wird doch nicht verändert?

bikesportler
30.12.2003, 17:22
Der Radstand verändert sich minimal. Der Grund ist einfach die andere Geometrie. Der Lenk und Sitzwinkel wird flacher, deshalb kommt die Gabel weiter nach vorn.

Als Fahrer bemerkt man eigentlich nur einen besseren Geradeauslauf, da ja der Nachlauf grösser wurde.

Kurz gesagt, das bike wird etwas spurtreuer:)

mahatma
31.12.2003, 00:03
Original geschrieben von bikesportler
Der Radstand verändert sich minimal. Der Grund ist einfach die andere Geometrie. Der Lenk und Sitzwinkel wird flacher, deshalb kommt die Gabel weiter nach vorn.



Wie? Gabel kommt weiter nach vorn? Nur weil sich der Winkel der Gabel verändert kommt die nicht weiter vor und das hat auch nichts mit dem Radstand zu tun.
Natürlich verändert sich der Radstand, aber so wie du´s beschreibst, könnte man meinen, er würde länger. Tatsächlich wird er aber kürzer!
Und zwar einzig und allein aus der Tatsache heraus, weil die Hinterradachse durch den kleineren Reifendurchmesser einen Kreisbogen um die Vorderradachse beschreibt und auf seinem Verlauf tiefer und somit auch minimal weiter nach vorne kommt.
Ich resümiere:
- Radstand wird kürzer.
- Lenkwinkel flacher.
- Nachlauf länger.
- Sitzwinkel wird ebenfalls flacher, der Arsch wandert nach hinten, der Bock geht früher hoch.
- Schwerpunkt wandert nach unten.
- Das Abrollverhalten verschlechtert sich aber.....
- Dafür hast du bessere Beschleunigungswerte. (dem Drehmoment sei dank. Stümmts evil & luzi?) :D :D :D

Hab ich was vergessen? Keine Ahnung! ;)

gruß mahatma

Ruebezahl
31.12.2003, 00:38
*applaudier*
Der Radstand wird tatsächlich kürzer.
Das Hinterrad wird verwindungssteifer aber das grenzt jetzt schon an Erbsenzählerei ;)

ruebe

thom
31.12.2003, 12:45
mahatma lässt uns mal wieder keine Chance :D

freeridejunkie
31.12.2003, 16:23
Touren kannste mit 24 Zoll Hinterrad kicken!!!!(Ich berufe mich auf diverse Tests in sämtlichen Bikezeitschriften):D

oBATMANo
02.01.2004, 23:43
Den Unterschied merkt bei Touren gar nicht so.
Hast halt ne etwas kleinere Übersetzung und man sitzt etwas mehr wie auf ner Chopper. Ist aber halb so wild.
Kommt halt sehr darauf an, wie gut Du die Veränderungen durch nen etwas längeren Dämpfer ausgleichen kannst.

Man kann auch nicht einfach nen längeren Dämpfer einbauen, da sich die Kennlinie auch ändert.
Hab das selber gemacht und kann jetzt eigentlich nur noch in einer von dreien Dämpferpositionen fahren, da schon bei der mittleren fast nix mehr federt, obwohl rechnerisch etwa 16 cm FW da sein sollten. Wahrscheinlich ändert sich der Hebel.

Man muss auch testen, ob sich die Schwinge überhaupt weiter nach unten drücken läßt. Mußte etra mein Umwerfer umbauen, damit die Schwinge nicht dran stößt.
Die Kette verlier ich seit dem auch ständig. Kam mit dem Rad auf der DH Strecke in Ilmenau nicht einmal ohne abspringende Kette runter.

Habs nur gemacht, da ich sehr billig nen Vanilla RC bekommen hab und der halt 10 mm länger war als mein Standartdämpfer.
Würde es nicht nochmal machen.

Je nach Übersetzungsverhältnis den Hinterbaus, wird der Lenkwinkel beeinflußt. Mit viel Glück hebt sich die Veränderung durchs kleinere Hinterrad auf.
Wennst dies nicht über den Rahmen durch eine Verstelloption ausgleichen kannst, ist dies wohl das Hauptkriterium weshalb man es sich überlegen sollte.

Mit nem 65° Lenkwinkel brauchst keine Singletrails mehr fahren.
Fährt sich dann wie ein Panzer
Und wenn der Lenkwinkel weit über 70° geht, wirds auch nicht mehr ratsam.

Hab jezt einfach mal geschrieben was mir spontan einfiel und bin zu faul es nochmal durchzulesen und auch durchzudenken.

Frohes neues Jahr
:D

25thfloor
03.01.2004, 10:24
ja, das waren noch zeiten, als es noch keine fullys gab.

die suspension- geometrieprobleme beschränkten sich in der regel auf die länge der federgabel.

die erfahrungen von batman kann ich nicht bestätigen, experimente mit längeren dämpfern und entsprechenden federraten und aufhängungspunkten sind nur garantiemässig verboten.

je länger der federweg, umso mehr zeit kann man mit der feinabstimmung eines bikes verbringen.

bei mir hat es sich gelohnt. ich habe nicht nur mehr federweg und besseres ansprechen erzielt, sondern auch noch einen steileren sitzwinkel. das ist bei mir immer das Problem, die hersteller haben mich als zielgruppe noch nicht wirklich entdeckt: als tourenfahrer mag ich durchaus federwege von 150 mm und mehr. über dem hinterrad sitzend, klettert es sich nicht wirklich gut.

VertRider
08.01.2004, 12:08
Servus,

also die Innsbrucker Vertrider können 24" am Hinterrad sehr viel abgewinnen.

Unsere Tourenregion ist Innsbruck und die umliegenden Täler (Ötztal, Stubaital, Wipptal etc.), wo die Freeride-Community und besonders auch die Hardcore-Hochgebirgsfreeridetrialer sehr gerne 24" auf Tour fahren. Nebenbei bemerkt: Wir fahren unsere Hochgebirgstouren mit Freeridern, die 17 kg oder mehr wiegen. Sieht man auch auf den vielen Fotos auf der Site.

Infos und viele Bilder über unsere Winterbike/Nightride-Aktionen, Hardcore Freeride-Touren und einige Tests auf www.vertriders.com.

OK, zurück zu 24". Es gibt einen netten Vergleich zum Skifahren: 24" = Carven, 26" = Skifahren.

Vorteile 24":
- rund 5 cm Höhe zu 26" Hinterrad "gespart", d.h. in Steilstufen touchiert man das Hinterrad mit dem Arsch nicht mehr so schnell
- auf steilen Abfahrten bessere Lage des Bikes zum Hang
- auf verblockten Pfaden kommt man mit 24" besser "ums Eck", das Handling ist einfach feiner
- noch einmal bessere Untersetzung auf steilen Anstiegen
- man kann mit 24" bei manchen Bikes noch ein bissl Reifenbreite rausschinden, und zB 2.7 fahren, wo bei 26" im selben Hinterbau nur noch 2.5" Breite geht
- die Winkel werden nochmals ein bissl flacher, wünschenswert bei extrem ausgesetzten Trialabfahrten
- m.E. geile Optik, wie bei Motorrad-Enduros (bin früher selbst Enduro gefahren)

Nachteile 24“:
- das Hinterrad bleibt ein bissl mehr an Hindernissen hängen, kann mit gutem Flow-Fahrstil aber kompensiert werden
- keine 24" Spikereifen erhältlich

Dies ist deshalb ein Nachteil, da die Vertrider, wie man auf unserer Site sieht, auch im Winter viel biken. Deshalb wechseln wir im Winter hinten auf 26" wegen den Spikes, und im Sommer fahren wir wieder 24".

Das Handling ist mit 24" auf den vielen Hochgebirgstouren und extremen Wegelen, einfach fantastisch.

24" Reifen gibt es schon einige zB:
- Specialized Roller Pro 2,7 (kommt dieses Jahr neu raus, mit 2.25, 2.5 und 2.7 Breite)
- Specialized Roller 2,5
- Schwalbe Fat Albert 2,35 (gibt es auch in einer OEM Version als 2.5er)
- Kenda Blue Lagoon 2,5 (ein Schlammreifen)
- Kenda Groove 2,5
- Maxxis High Roller 2,7
- Gazzaloddi Jr. 2,6
...

Ich mach das ein bissl von der Tagesform abhängig, was ich dann so auf den Touren fahre. Es gibt Wochen da ist es mir wurscht, wenn ich hinten schwere 2.7er über 1300 Höhenmeter oder mehr fahre, weil ich gut drauf bin. Aber diese Reifen wiegen halt alle an die 1,3 kg. Da wir vorne auf den Trialtouren mindestens 2.5 oder 2.7 fahren, summiert sich das natürlich schon.

Die einzigen leichteren Reifen in der Liste sind die beiden Specialized's und der Schwalbe. Der Fat Albert verliert aber Stollen (sogar im Winter auf Rodelbahnen), weil er zu leicht gebaut ist, also bleiben nur noch die Specialized Reifen. Der 2,7er hat ca. 850 bis 900 gramm, der 2.5er 680 gramm.

Das ist dann ein Gewicht, mit dem man auf Tour leben kann. Abstriche muss man allerdings bei beiden Reifen machen: der 2.7er hatte dieses Jahr ein solides Profil, aber Probleme mit der Seitenführung. Der 2.5er rollt schlecht, hat ein mittelgutes Profil das aber schnell abgefahren ist, die Gummimischung war bei beiden Reifen eher auf der harten Seite. Es gab zwar vom 2.7er Roller Pro eine S-Works Version mit ca. Duro 50 aber die war schwer zu bekommen. Beide Specialized-Reifen sind mit ca. € 35 jedoch recht günstig.

Bei den schweren Reifen bin ich lange 24" Gazzaloddi Jr. gefahren, aber der Gazza kommt mit den anderen Reifen und ihren neuen Gummimischungen immer mehr ins Hintertreffen. Man merkt das, wenn man ihn zB mit den 42er Maxxis Reifen auf nassen Felsen, Wurzeln etc. vergleichsfährt, da ist der gute alte Gazza im Vergleich schon extrem rutschig unterwegs. Bei den beiden Kenda's, die schwer zu bekommen sind, hat mich der Blue Lagoon im Schlamm eher entäuscht, aber der Groove ist ein ordentlicher, gut rollender 24" 2.5er Hinterreifen, allerdings auch recht schwer mit 1300 g.

Den 24" 2.7er Maxxis High Roller hab ich mir im Sommer einige Male auf Tour angetan, ist ein ganz passalber Hinterreifen, aber er rollt am schlechtesten von allen 24" Hinterreifen die ich je gefahren bin. Da kann man auf einer 1500Hm Tour sein Waterloo erleben, wenn man einen nicht so guten Tag erwischt hat. Der High Roller saugt einem echt die Kraft aus den Beinen.

Bei 26" fahre ich im regnerischen Herbst und im Winter (wenn nicht Spikes) am allerliebsten den Maxxis Swampthing in 2,5. Er ist einer der besten Allround-Schlammreifen die ich je gefahren bin, rollt noch anständig (auf Tour) und auf feuchten Wurzeln, tiefem Waldboden oder rutschigen Steinen ist man der Chef. Es gibt ihn in 40, 42 und 60er Mischung. Die 42er Mischung ist für die feuchte Jahreszeit der beste Kompromiss aus Grip und Abnutzungsresistenz.

Noch ein Wort zu den 26" Vorderreifen: Viele Jungs hier fahren (auch auf Tour) gerne den Michelin C32 in 2.7er Breite, der ist wirklich sensationell, aber sehr teuer und nicht so leicht zu bekommen.

Ich hab mich deshalb dieses Jahr nach Alternativen umgeschaut und einen ebenbürtigen Reifen bei Maxxis gefunden. Maxxis Minion DH F 26" in 42er Mischung und 2.7“ Breite ist ein WAHSINNSVORDERREIFEN mit endlos Traktion. Es gibt diesen Reifen (mit dem Pendant bei 26" hinten Minion DH R 26") auch in 2,5 und 2,35 Breite. Bei 2,5 wiegt er so um die 1100 Gramm, bei 2,35 rund 900 Gramm. Das geht dann auch auf Tour, und der 2.5er wäre der beste Kompromiss.

Gerüchte besagen, daß Maxxis dieses Jahr eine Menge der breiten Reifen auch in Singly Ply, also leichter, herausbringen will, weil Schwalbe und Specialized mit ihren leichten breiten Reifen Erfolg haben.

Es könnte sein daß ein 24" Maxxis Minion DH R für 04 zu erwarten ist, vielleicht in Single Ply, 42er oder 60er Mischung, mit etwa 1000 Gramm, das könnte dann der beste 24" Reifen sein, den es je gab.

Viele Grüße,
Christoph Malin

_Flaschenmann_
08.01.2004, 13:05
Hardcore-Hochgebirgsfreeridetrialer ist ein wundebares Wort.. Danke..

DoctorEvil
08.01.2004, 13:53
der hat auch "krass bis surf" erfunden.

auch von mir danke und nachträglich herzlichen glückwunsch!

bachmaya
13.01.2004, 13:07
also rein aus der praxis und mal sehr salopp ausgedrückt:
du hockst auf dem bike wien chopper ernn der rahmen ursprünglich für 26 zoll ausgelegt ist und du nur das hinterrad in ein 24 Zoll wandelst...
zum freeriden mag dass ganz nett sein allerdings muss man auch bedenken dass aufgrund des geringeren durchmessers auch das schaltwerk näher an den boden kommt und somit steinen oder sowas mehr ausgesetzt ist! touren kann man damit auch fahren
und meine ganz persönliche meinung: beschleunigung ist subjektiv gesehen besser, allerdings leidet die endgeschwindigkeit logischerweise..und zum dh heizen finde ich ein 26 zoll hinterrad besser da es die unebenheiten in jeglicher form irgendiwie besser schluckt!
aber alles nur meine meinung :D